Nicht nur Ganzkörper-Vibration wird wissenschaftlich untersucht - auch gezielte Vibrationsreize an einzelnen Körperstellen sind Gegenstand aktueller Forschung. Eine 2024 im Fachjournal Diabetes Care veröffentlichte Studie von Orlando und Kollegen hat untersucht, ob vibrierende Einlegesohlen Menschen mit diabetischer Nervenschädigung an den Füßen helfen können. Wichtig vorab: Hierbei geht es um ein völlig anderes Anwendungsgebiet als unsere Schallwellentherapie-Geräte - Einlegesohlen statt Ganzkörper- oder Teilkörper-Anwendung, und ein reiner Forschungsprototyp statt eines am Markt erhältlichen Produkts.
Was die Studie untersucht hat
22 Männer mit diabetischer peripherer Neuropathie (im Schnitt 68 Jahre alt, seit 17 Jahren an Diabetes erkrankt) testeten in einer randomisierten Crossover-Studie Prototyp-Einlegesohlen mit Vibrationsmotoren unter Vorfuß und Ferse sowie piezoelektrischen Aktoren. Sieben verschiedene Vibrationseinstellungen (unterschiedliche Frequenzen zwischen 0 und 240 Hz, verschiedene Aktivierungsarten und -muster) wurden gegen eine Kontrollbedingung ohne Vibration getestet.
Die Ergebnisse im Überblick
Ganggeschwindigkeit: Alle Vibrationseinstellungen verbesserten die Gehgeschwindigkeit gegenüber der Kontrollbedingung signifikant, die wirksamsten Einstellungen um 7 bis 10 Prozent.
Treppensteigen: Bei den besten Einstellungen stieg die Geschwindigkeit beim Treppauf- und Treppabsteigen um 8 bis 16 beziehungsweise 11 bis 25 Prozent.
Statisches Gleichgewicht: Beim ruhigen Stehen mit geschlossenen Augen verbesserte sich die Kontrolle des Körperschwerpunkts in vier der sieben Einstellungen signifikant.
Dynamisches Gleichgewicht beim Gehen: Hier zeigten sich keine signifikanten Verbesserungen - ein wichtiger Unterschied zur Gehgeschwindigkeit und zum statischen Gleichgewicht.
Was die Autoren schlussfolgern
Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass vibrierende Einlegesohlen eine wirksame akute Maßnahme zur Verbesserung von statischem Gleichgewicht und Ganggeschwindigkeit beim Treppensteigen bei Menschen mit mittelschwerer bis schwerer diabetischer Neuropathie sein können - nicht jedoch für das dynamische Gleichgewicht beim normalen Gehen.
Einschränkungen der Studie
Die Studie wurde ausschließlich mit männlichen Teilnehmern durchgeführt und untersuchte nur akute, unmittelbare Effekte im Labor - keine Langzeitanwendung. Die kleine Stichprobe erlaubte keinen Vergleich aller sieben Einstellungen untereinander. Es handelt sich um einen Forschungsprototyp, kein kommerziell erhältliches Produkt, und um ein anderes Anwendungsgebiet (Fußsohlen bei diabetischer Neuropathie) als unsere Schallwellentherapie-Geräte.
Einordnung für die Praxis
Diese Studie ist kein direkter Beleg für die Wirkung unserer Evosonics-Geräte, da es sich um ein anderes Gerät, ein anderes Anwendungsgebiet und eine andere Zielgruppe handelt. Trotzdem finde ich sie erwähnenswert, weil sie zeigt, wie präzise und unmittelbar mechanische Vibrationsreize auf Gangbild und Gleichgewicht wirken können, gerade bei Menschen mit eingeschränkter Sensibilität in den Füßen - ein Thema, das viele meiner Patientinnen und Patienten mit Diabetes betrifft. Wer sich allgemein für die Wirkweise von Schallwellen- und Vibrationstherapie interessiert, findet in unserer Schallwellentherapie-Kollektion die passenden Geräte.
Diese Studie wurde mit einem reinen Forschungsprototyp für Einlegesohlen durchgeführt, nicht mit einem unserer Evosonics-Geräte, und untersucht ein anderes Anwendungsgebiet (Fußsohlen bei diabetischer Neuropathie). Individuelle Ergebnisse können abweichen. Bei diabetischer Neuropathie und Gangunsicherheit empfehlen wir grundsätzlich eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung.

