Deep Oscillation bei Lymphödem nach Brustkrebs-OP: Was eine Studie der Charité zeigt

Nach einer brusterhaltenden Operation mit Bestrahlung entwickeln manche Patientinnen ein sekundäres Lymphödem der Brust, mit Schwellung, Spannungsgefühl und Schmerz. Eine 2008 im Journal of Rehabilitation Medicine veröffentlichte Studie von Jahr, Schoppe und Reisshauer von der Charité Berlin hat untersucht, ob Deep Oscillation als Ergänzung zur manuellen Lymphdrainage zusätzlichen Nutzen bringt.

Was die Studie untersucht hat

21 Patientinnen mit sekundärem Brustlymphödem wurden randomisiert zwei Gruppen zugeteilt (eine Teilnehmerin schied wegen eines Rezidivs aus). Die Behandlungsgruppe (11 Patientinnen) erhielt 12 Sitzungen manuelle Lymphdrainage ergänzt durch Deep Oscillation über 4 Wochen, danach 8 Wochen normale Lymphdrainage. Jede Sitzung dauerte eine Stunde: 15 Minuten klassische Drainage, danach 30 Minuten Deep Oscillation bei 100 Hz und 15 Minuten bei 30 Hz. Die Kontrollgruppe (10 Patientinnen) erhielt durchgehend nur die übliche manuelle Lymphdrainage, ein- bis zweimal wöchentlich.

Die Ergebnisse im Überblick

Schmerz: In der Behandlungsgruppe sank der Schmerzwert (Skala 0-10) von 4,0 auf 2,1 am Ende der Therapie und blieb bei 2,0 in der Nachuntersuchung. Die Kontrollgruppe blieb nahezu unverändert bei 4,6 bis 5,0. Der Unterschied war am Ende der Therapie statistisch signifikant.

Schwellungsgefühl: Die Behandlungsgruppe besserte sich von 6,0 auf 3,4, die Kontrollgruppe nur von 5,2 auf 4,5. Auch dieser Unterschied war signifikant.

Brustvolumen: In der Behandlungsgruppe reduzierte sich das Brustvolumen um 15,7 Milliliter, während es in der Kontrollgruppe um 13,3 Milliliter zunahm. Dieser Unterschied war am Ende der Therapie signifikant, verlor aber bei der Nachuntersuchung seine statistische Signifikanz.

Beweglichkeit: Die Kontrollgruppe verschlechterte sich messbar bei Innenrotation und Abduktion der Schulter, während die Behandlungsgruppe ihr Ausgangsniveau hielt und sich bei der Halswirbelsäulen-Vorwärtsneigung sogar signifikant verbesserte.

Was die Autoren schlussfolgern

Die Studienautoren schlussfolgern, dass Deep Oscillation als Ergänzung zur manuellen Lymphdrainage bei sekundärem Brustlymphödem zusätzlichen Nutzen bei Schmerz, Schwellungsgefühl und kurzfristig auch beim Brustvolumen bringen kann.

Einschränkungen der Studie

Mit 21 Teilnehmerinnen (10 in der Kontrollgruppe) ist die Stichprobe sehr klein, eine Teilnehmerin schied vorzeitig aus. Der Effekt auf das Brustvolumen war nur kurzfristig nachweisbar und verlor bei der Nachuntersuchung seine Signifikanz. Die Studie stammt aus einem einzelnen Zentrum und untersuchte ausschließlich sekundäres Lymphödem nach Brustkrebsbehandlung, eine Übertragung auf andere Lymphödem-Ursachen ist nicht ohne weiteres möglich.

Einordnung für die Praxis

Aus meiner physiotherapeutischen Praxis kann ich bestätigen, dass Deep Oscillation in der Lymphödem-Behandlung als Ergänzung, nicht als Ersatz der manuellen Lymphdrainage eingesetzt wird, genau wie in dieser Studie. Physiomed, der Hersteller unseres PHYSIOMED DEEP OSCILLATION Personal, ist zugleich der Hersteller der in dieser Studie verwendeten Deep-Oscillation-Technologie (dort als HIVAMAT 200 bezeichnet). Das in der Studie verwendete Praxisgerät ist allerdings ein anderes Modell aus der gleichen Gerätefamilie als unser für den privaten Gebrauch konzipiertes Personal-Modell, die Übertragbarkeit auf die häusliche Anwendung ist daher nicht vollständig gesichert.

Individuelle Ergebnisse können abweichen. Die Behandlung eines Lymphödems sollte immer in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt oder Lymphtherapeuten erfolgen.

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Titel: Deep Oscillation bei Lymphödem nach Brustkrebs-OP: Was eine Studie der Charité zeigt